Als Marktführer im Bereich Gesichtspflege übernimmt Schaebens nicht nur Verantwortung für Qualität und Wirksamkeit, sondern auch für Nachhaltigkeit. Mit einem umfassenden Maßnahmenprogramm verfolgt das Unternehmen seit vielen Jahren konsequent das Ziel, Umwelt und Ressourcen zu schonen. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf den Verpackungen: Da sie laut den Ergebnisberichten von ClimatePartner zu den größten CO₂-Emissionsquellen des Unternehmens zählen, ist ihre kontinuierliche Optimierung ein zentraler Bestandteil der Nachhaltigkeitsstrategie von Schaebens.
Reduzierung & Optimierung von Packmitteln
Unsere aktuelle Herausforderung ist es, den Anforderungen der neuen EU-Verpackungsverordnung (Packaging and Packaging Waste Regulation; PPWR) gerecht zu werden. Diese sieht vor, dass Verpackungen bis 2038 eine Recyclingfähigkeit von mindestens 80 % erreichen müssen. Bei Schaebens verstehen wir diese Vorgaben nicht als Pflicht, sondern als Ansporn. Denn Nachhaltigkeit ist seit vielen Jahren ein zentrales Handlungsfeld unseres Unternehmens – und wir möchten frühzeitig besser sein, als es das Gesetz verlangt.
Darum optimieren wir unsere Verpackungen konsequent und ganzheitlich. Angefangen bei unserer Hauptverpackung, den flexiblen Folien, haben wir Schritt für Schritt unser gesamtes Portfolio überarbeitet und entwickeln es kontinuierlich weiter:
- Umstellung auf nachhaltige Materialien: Seit 2020 setzen wir anstelle von 3-lagigen Multilayer-Folien ausschließlich recyclingfähige PP-Monofolien ein.
- Formatoptimierung: Sachet-Formate – zum Beispiel für Tuchmasken, Hydrogel-Masken und Fußmasken – wurden kontinuierlich verkleinert, um Material einzusparen.
- Hohe Recyclingfähigkeit: Heute erreichen alle unsere PP-Monofolien mindestens 90 % Recyclingfähigkeit. Materialien, die dieses Ziel noch nicht erfüllen, optimieren wir stetig.
- Transparente Zertifizierung: Die Recyclingfähigkeit unserer Verpackungen wird durch das unabhängige Institut cyclos-HTP geprüft und ausgewiesen.
- Design4Recycling: Bereits in der Entwicklungsphase achten wir auf recyclinggerechtes Design und ein werkstoffliches Recycling.
- Branchenkooperationen: Wir engagieren uns aktiv in Initiativen wie dem Forum Rezyklat und arbeiten eng mit Partnern wie Innoform Coaching zusammen.
- Verbraucherfreundliche Kommunikation: Im Rahmen unseres letzten Design-Relaunchs haben wir leicht verständliche Entsorgungssymbole auf allen Verpackungen integriert.
Die Optimierung unserer Verpackungen zeigt jedoch nicht nur beim Recycling deutliche Fortschritte, sondern auch beim Klimaschutz: Laut einer Analyse von ClimatePartner konnte die CO₂-Belastung unserer Produktverpackungen durch die Umstellung auf PP-Monofolien um bis zu 60 % reduziert werden.
So setzen wir ein klares Zeichen: Für Schaebens ist nachhaltiges Handeln kein Trend und keine Pflicht – sondern ein fester Bestandteil unserer Verantwortung als Marktführer.
Übersicht der Recyclingfähigkeit unserer Kosmetikprodukte
Durch die Umstellung von mehrlagigen Verbundfolien auf PP-Monofolien konnte die Recyclingfähigkeit unserer Maskenverpackungen erheblich gesteigert werden. Während sie zuvor lediglich bei etwa 23–30 % lag, erreichen unsere Gesichtsmasken sowie Tuch- und Fußmasken heute Werte zwischen 92 und 95 %. Durch den Einsatz von Rezyklat sowie Verzicht auf schwarze Farbe konnten wir auch unsere Tuben- sowie Flaschenverpackungen recyclingfähiger gestalten und erreichen auch hier eine Recyclingfähigkeit von bis zu 99%.
Aktuell können wir unter anderem folgende Recyclingfähigkeiten ausweisen:
- Tubenverpackungen (mit 50% Rezyklat Anteil): 99 %
- Latschenkiefer Fluid (mit 100 % Rezyklat Anteil): 96 %
- Kollagen Boost Hydrogel Augen Pads: 98 %
- Tonerde-Tuchmaske, Hydrogel-Maske, Anti-Hornhaut-Fuß Maske: 95 %
- Creme-Masken, Tuchmasken, Fußmasken, Haarmasken: 92 %
- Hydrogel-Augenpads: 89 %
- Augen-Gel-Pads: 43 %
- Konzentrate: 56 %
Diese Zahlen spiegeln unsere kontinuierlichen Bemühungen wider, Verpackungen nachhaltiger zu gestalten und die Recyclingfähigkeit stetig zu erhöhen.
Einsatz von Rezyklat
Rezyklate sind recycelte Kunststoffe, die aus gebrauchten Verpackungen gewonnen und so aufbereitet werden, dass sie in neuen Produkten wiederverwendet werden können. Auf diese Weise wird entsorgter Kunststoff sinnvoll dem Wertstoffkreislauf zugeführt. Die Verwendung von Rezyklaten schont Ressourcen, reduziert den Bedarf an neuen Rohstoffen und hilft, Abfälle zu vermeiden.
Bei Schaebens setzen wir Rezyklate bereits gezielt ein: So bestehen unserer Tuben zu 50 % aus recyceltem Material. Dadurch konnte die Recyclingfähigkeit dieser Produkte auf rund 95 % erhöht werden. Bei unserem Latschenkiefer Fluid werden sogar 100 % PET-Flaschen aus recyceltem PET (rPET) genutzt, was die Recyclingfähigkeit auf 96 % steigert.
Die Anforderungen an Rezyklate sind hoch, und der flächendeckende Einsatz ist aktuell noch durch technische Grenzen eingeschränkt. Trotzdem verstehen wir uns als Vorreiter: Im Rahmen eines Pilotprojekts entwickeln und testen wir bereits Monofolien mit Rezyklatanteil. So schaffen wir die Grundlage, künftig noch mehr Produkte nachhaltig zu gestalten und Ressourcen zu schonen.
Forum Rezyklat
Seit Februar 2024 ist Schaebens Mitglied im Forum Rezyklat. Bei dem 2018 von dm-drogerie markt initiierten Forum kommen Stakeholder aus allen Bereichen der Kreislaufwirtschaft, wie beispielsweise Händler, Produkt- und Verpackungshersteller, duale Systeme, Entsorgungs- und Recyclingunternehmen sowie Vertreter:innen der Wissenschaft und Politik, zusammen. Gemeinsam schaffen sie Schnittstellen, um praxis- wie verbrauchernahe Lösungen für recyclebare Verpackungen zu entwickeln. Sie engagieren sich zudem für einen vermehrten Einsatz von Rezyklaten in Verpackungen. Dabei beziehen sie moderne Recycling-Technologien ein. Eine weitere zentrale Maßnahme im Rahmen unseres Engagements im Bereich nachhaltige Verpackung ist daher die Umstellung der Primärpackmittel unserer Mehrfachanwendungen auf einen hohen Rezyklatanteil bzw. die Erhöhung der Rezyklat-Quote unserer Produkte.
Verwendung von Farben
Auch die Wahl der Farben in unseren Verpackungen spielt eine entscheidende Rolle für die Recyclingfähigkeit. Schwarze Kunststoffe sind aufgrund ihrer Pigmentierung mit Kohlenstoff schwarz (Carbon Black) besonders problematisch. Diese Pigmente absorbieren Infrarotlicht, wodurch sie für automatische Sortieranlagen im Recyclingprozess unsichtbar werden. Folglich werden schwarze Kunststoffverpackungen häufig nicht erkannt und landen oft im Restmüll oder werden nicht recycelt. Um diesem Problem entgegenzuwirken, haben wir unsere Produkte mit schwarzem Design angepasst. Stattdessen setzen wir auf Grauabstufungen, die eine bessere Erkennbarkeit im Recyclingprozess gewährleisten. Diese Umstellung erfolgte zum Beispiel bei unseren Aktivkohle Masken.
Einsatz von Altpapier
Neben der Optimierung der Recyclingfähigkeit und dem gezielten Einsatz von Rezyklat verwenden wir auch Altpapier in unseren Verpackungen. So bestehen die Kartons unserer Augenpads zu 90 % aus recyceltem Papier. Auch alle Konzentrate sind in Faltschachteln aus 83 % Altpapier verpackt. Darüber hinaus werden für die Umkartons sämtlicher Produkte bis zu 100 % Altpapier eingesetzt – ein weiterer Schritt, um neue Rohstoffe zu reduzieren und die Nachhaltigkeit unserer Verpackungen zu erhöhen.
Zukünftige Entwicklungen
Schaebens wird auch zukünftig sein bisheriges Engagement zur Erhöhung der Recycling- und Rezyklatquote weiter fortsetzen und die Packmittel regelmäßig auf Verbesserungsmöglichkeiten überprüfen und diese gegebenenfalls optimieren. Insbesondere die Optimierung der Schaebens Produkte, die bislang eine noch zu geringe Recyclingfähigkeit haben, steht im Vordergrund. Entsprechendes Handlungspotential besteht vor allem bei Produkten bei denen als Primärpackmittel Blister bzw. Tiefziehteile für Kapseln, Tabletten, Konzentrate bzw. Twist-Off-Kapseln und Ampullen verwendet werden.
Im Vordergrund bei der Auswahl unserer Verpackungen steht jedoch immer die Sicherheit des Produktes an sich. Und um diese sicherzustellen, fehlen an manchen Stellen aktuell noch umweltfreundlichere Alternativen. Wir hoffen, dass es auch hierfür zukünftig verstärkt nachhaltigere Alternativen gibt, auf die wir zurückgreifen können.
Insgesamt werden bei möglichen Optimierungen und Verbesserungen der Packmittel immer alle Verpackungsmaterialien, von der Primär- über die Sekundär- bis hin zur Tertiär- und Transportverpackung, gleichermaßen im Blick behalten und gegebenenfalls optimiert, so dass der Blick nicht nur auf die aus Sicht der Verbraucher wahrnehmbaren Verkaufsverpackungen gerichtet wird.
Das Institut cyclos-HTP
Das Institut cyclos-HTP klassifiziert, begutachtet und testiert die Recyclingfähigkeit von Waren und Verpackungen. Zusätzlich forscht und entwickelt das 2014 gegründete Unternehmen auf diesem Gebiet.
Als wichtiger Bestandteil einer nachhaltigen Ressourcennutzung ist Recycling und hierbei die Recyclingfähigkeit, die individuell für einzelne Waren und Verpackungen berechnet wird, ein wichtiges Instrument gelebter Produktverantwortung, da sie wichtige Informationen zur Verbesserung und Optimierung der Produktverpackungen liefert. Um dazu eine nachvollziehbare und transparente Anforderungs- und Bewertungsgrundlagen für alle zu schaffen, hat das Institut cyclos-HTP einen entsprechenden Anforderungs- und Bewertungskatalog (A & B Katalog) ausgearbeitet, der die Prüfung und Testierung der Recyclingfähigkeit von Waren und Verpackungen in den Fokus rückt. Im Rahmen dessen werden nicht nur Verpackungsmaterialien untersucht und Tests zur Sortier-, Aufbereitungs- und Verwertungsfähigkeit durchgeführt, sondern auch Zertifikate und Berichte erstellt sowie mögliche Berechtigungen zur Nutzung des Labels vergeben.
Schaebens arbeitet seit 2020 eng mit dem Institut cyclos-HTP zusammen und hat über das Institut für alle Schaebens Produkte jeweils eine individuelle Bewertung der Recyclingfähigkeit erstellen lassen. So liegt uns für alle unsere Produkte entweder die exakte Recyclingfähigkeit in Prozent oder zumindest eine entsprechende Indikativbewertung vor. Seit Januar 2021 sind viele unserer Produkte auch mit dem vom Institut cyclos-HTP jeweils ermittelten Prozentwert und dem entsprechenden Label für deren Recyclingfähigkeit gekennzeichnet.

WEITERE BEITRÄGE
0% Mikroplastik
Als Hersteller von Kosmetika sind wir uns unserer Verantwortung für Mensch und Natur sehr bewusst. Wir arbeiten kontinuierlich daran, unsere Produkte in Bezug auf Nachhaltigkeit zu verbessern. Daher haben wir uns bereits frühzeitig mit dem Thema „Mikroplastik“ auseinandergesetzt und uns frühzeitig der Umwelt zuliebe dazu entschlossen, Mikroplastik in unseren Kosmetikprodukten nicht mehr einzusetzen.
See moreKlimaneutral gestellt durch Vermeidung, Reduzierung & Kompensation
Seit dem 01. August 2018 ist unser Unternehmen klimaneutral. Sämtliche Treibhausgas-Emissionen, die wir als Unternehmen verursachen, werden in Zusammenarbeit mit ClimatePartner ermittelt und durch die Unterstützung eines zertifizierten Klimaschutzprojektes ausgeglichen.
Mehr erfahrenUmwelt-zertifikat Grüner Punkt
Durch die Teilnahme am Dualen System für die Verwertung von Verkaufsverpackungen bei „Der Grüne Punkt“ konnten wir seit 2016 jedes Jahr zur Reduzierung von Treibhausgasen und damit entscheidend zum Klimaschutz beitragen.
Mehr erfahrenKlimaschutz: Folienwechsel
Bereits im Sommer 2020 wechseln wir bei vielen unserer Gesichtsmasken von einer mehrlagigen Verbundfolie mit Aluminium auf einen Einstoffverbund (Recycling Code 05 – PP). Durch diesen Schritt können gleich zwei elementare Eigenschaften der Packmittel unseres wichtigsten Produktsegments verbessert werden: die Recyclingfähigkeit und der Product Carbon Footprint.
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